Chronik der Schule

In der Pestalozzischule erhielten seit 1890 tausende Schüler Unterricht. Die Schule wurde ursprünglich nach der damals regierenden Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach., geb. Prinzessin von Oranien als „Sophienschule“ bezeichnet. Die Einwohner von Apolda sprachen oftmals von der „Roten Schule“. Die Fassade, teilweise aus roten Klinkersteinen besteht, stand Pate für diese umgangssprachliche Bezeichnung.

Im Gegensatz dazu nannte man die benachbarte Schule „Graue Schule“, in dieser wurde nach dem Umbau eines Fabrikgebäudes der Firma Zimmermann & Sohn ab 1882 unterrichtet.

Der Gemeinderat der Stadt Apolda hatte sich jedoch getäuscht, als er annahm, mit diesem Umbau alle Raumprobleme der Schulen gelöst zu haben. Die schnell steigenden Einwohner- und Schülerzahlen zwangen schon 1884 zu Überlegungen und Entwürfen für einen Schulneubau. Als geeigneten Standort wählte man in der Bachstraße zwei Grundstücke, die zuvor Christian Zimmermann & Sohn bzw. Wirkermeister Schilling gehörten, aus.

 


 

Ausgehend von den vorliegenden Entwürfen wurde ein Kostenvoranschlag in Höhe von 219.335,41 Mark erstellt, wobei die Stadtsparkasse die Finanzierung übernahm. Die Gesamtkosten für den Bau aus gelbem und rotem Klinkerstein beliefen sich später auf 250.000 Mark.

Nach der Grundsteinlegung am 17. September 1888 führte man die Bebauung zügig durch, so dass die Schlüsselübergabe an den Rektor Fischer am 03. Juli 1890 erfolgen konnte. Beim Rundgang mit den Ehrengästen wurden die guten Bedingungen für die Schüler gelobt, die so beim Umbau von Fabrikräumen für die „Graue Schule“ nicht erreicht werden konnte. Die Sophienschule besuchten nun die Knaben, während die „Graue Schule“ als Mädchenbürgerschule diente.

In den Pausen hielten sich die Schüler der Sophienschule in der Bachstraße auf. Dort  war  damals  der Schötener  Bach  mit Holz  abgedeckt. Von der Sophienschule wurde die Städtische Turnhalle und der Turnplatz an der Halle genutzt. Ich wir folgen diesen Traditionen und unterrichten noch heute Sport in der Städtischen Turnhalle.

In der Regel wurden die Schüler nach 8 Jahren entlassen.

Welche Fächer gab es?

Ab Klasse 5 wurde auch in Geschichte unterrichtet, ab Klasse 6 in Katechismus, Aufsatz, Zeichnen, Naturkunde, Raumlehre und wahlweise Turnen oder Handarbeit und ab Klasse 7 kam Rechtschreibung dazu. Die Unterrichtsfächer in Klasse 8 waren: Lesen, Schreiben, Biblische Geschichte, Singen, Rechnen und Erdkunde.

Besonders begabte Schüler verließen die Sophienschule und besuchten die Realschule in der Dornburger Straße oder das 1913 erbaute Lyzeum in der damaligen Bismarckstraße (heute Friedrich-Engels-Straße).

 


  

In der NS-Zeit 1933 bis 1945 fand die Ideologie von der Überlegenheit der „nordischen Rasse“ und vom „Volk ohne Raum“ Eingang in den Unterricht. Ab 1934 unterrichtete man im Fach „Rassenkunde“, ab 1939 konnten jüdische Kinder nicht mehr die Schule besuchen.

Im 2. Weltkrieg wurden die Kellerräume als Luftschutzräume eingerichtet. Nach Kriegsende im Jahr 1945 rief man die Schüler am   3. August per Lautsprecher in die Schule. Der regelmäßige Unterricht konnte erst am 1. Oktober wieder aufgenommen werden. Da die Mitglieder der ehemaligen Nazipartei aus dem Schuldienst entlassen wurden, bestand ein sehr großer Bedarf an Lehrern.

An der Sophienschule wurde eine drei Monate dauernde Neulehrerausbildung durchgeführt, nach der die Neulehrer ihren Dienst mit 32 Pflichtstunden pro Woche und 40 Schülern pro Klasse antraten.

Da in der Bergschule ein Lazarett untergebracht und das ehemalige Lyzeum durch sowjetische Truppen belegt war, wurden die „Rote Schule“  und die „Graue Schule“ von ca. 4000 Schülern besucht. Der Stundenplan für 91 Klassen bei nur 39 vorhandenen Räumen kann durchaus als Wunderwerk bezeichnet werden.

 

Der Umbau der Aula erfolgte damals, um Klassenräume zu gewinnen und die Raumprobleme etwas zu lindern. Am 1. November 1945 wurde die Sophienschule zu Ehren des verdienstvollen Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi in Pestalozzischule umbenannt. 

Im Winter 1946/47 musste der Unterricht häufig ausfallen, da das benötigte Heizmaterial nicht zur Verfügung stand. Die Schüler kamen oft nur zur Schule um Hausaufgaben abzuholen.

Mit dem Schuljahr 1947/48 wurde die traditionelle Teilung in Mädchen- und Jungenschule erneut hergestellt, so dass in der „Roten Schule“ wiederum nur für Jungen Unterricht stattfand. Diese Trennung wurde erst 1949/1950 mit der Aufstellung gemischter Klassen aufgehoben. In diesem Schuljahr besuchten ca. 1340 Schüler die Pestalozzischule. 1951/1952 hatte sich die Schülerzahl auf ca. 1100 verringert. Bei der Wertung dieser Schülerzahl ist zu berücksichtigen, dass damals „die Rote“ und „Graue Schule“ zusammen die Pestalozzischule gebildet haben.

 


Vom Hochwasser 1953 war die Schule, wie schon von Überflutungen in früheren Jahren, unmittelbar betroffen. Bei der Beseitigung von Schäden wirkten auch die Schüler mit. 1956 wurde die Pestalozzischule zur Mittelschule.

Zum ersten Mal wurde 9. und 10. Klassen unterrichtet und die Schüler schlossen nun mit der Prüfung zur "Mittleren Reife" ab.

Nach Abriss der „Grauen Schule“ 1963/1964 konnte der Schulhof der Pestalozzischule wesentlich vergrößert werden.

1964 stand die Schule wegen ihrer neuen, modern eingerichteten Fachkabinette im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Schüler aus ganz Apolda wurden in Sprachkabinetten (Einzelarbeitsplätze mit Kopfhörern und Tonbandanschlüssen) im Fach Englisch unterrichtet.

Umfangreiche Renovierungsarbeiten führte man ab 1983 durch. Der schon lange notwendige neue Sanitärtrakt wurde jedoch erst 1991 gebaut, wobei die Fassade mit roten und gelben Klinkersteinen versehen wurde und sich sehr gut an die 1889/90 errichtete Fassade anpasste.

 


 

2004 wurden die Projektarbeitsräume, die Schülerküche und der Speisesaal im Keller eingerichtet und ihrer Bestimmung übergeben.

Bis zum Umbau 2005/ 2006 und Neueröffnung der Aula (ehemalige Räumen 22, 24 und Flur) am 31.05.2006 stand er Schule keine großer Veranstaltungsraum zur Verfügung. Erstmalig konnte  die Zeugnisausgabe wieder in der Aula der Schule durchgeführt werden. Im Rahmen des Schuljugendarbeitsprogrammes wurde im Keller ein Brennofen aufgestellt. Erste Arbeiten aus Ton wurde auf dem Weihnachtsmarkt 2007 verkauft.

Ein „Weihnachtsgeschenk“ erhielt unsere Schule am 18.12.2008 in Form der an diesem Tag der Bestimmung übergebenen Werkräume im Keller. Jetzt gibt es für die Schüler keinen langen Weg in die Brandesstraße mehr. Viele geladene Gäste genossen das Pizzabuffet, das von unserem Kooperationspartner Ospelt zur Verfügung gestellt wurde und von den Schüler des Profilierungs-bereiches „Versorgung“ arrangierte wurde.

Im Jahr 2008 betrug die Zahl der Schüler 225, die der Lehrer 24. Heute haben wir eine Schülerzahl von ca. 300 Schülern und 24 Lehrern, mit 2 oder 3 zügigen Klassenstufen. 

Seit 1995 verfügt die Pesta über 2 Computerkabinette. Heute sind diese mit 20 und 13 Arbeitsplätzen ausgestattet, dazugekommen sind ein Unterrichtsraum mit 10 und ein Projekt-arbeitsraum mit 10 Plätzen.              

                                                                              

Heute blickt unsere Schule auf einen doch recht langen Entwicklungsweg im Bereich der Computernutzung in der Schule zurück. Die Nutzung der modernen Datenverarbeitung und Informationstechnik ist heute in vielen Unterrichtsfächern und fächerübergreifend eine ganz alltägliche Arbeits- und Unterrichtsmethode.

Unsere guten Ergebnisse und Erfahrungen durften wir sogar 1996 und 1998 auf der damaligen CeBit-Home mit eigenem Stand vorstellen. Erlebnisse, die uns bis heute nachhaltig beeinflussen.  Seit 2001 trägt unsere Schule den Titel „Medienschule“.

Uns ist es auch heute wichtig, unsere Erfahrungen der täglichen Mediennutzung im Unterricht auf den regionalen Schulmedientagen für andere Teilnehmer sichtbar zu machen.

Wir nutzen die Möglichkeit, durch die Einführung des Kern- und Profilbereichs in der Thüringer Stundentafel, einen durchgängigen Medienkundeunterricht von Klasse 5 bis Klasse 10 durch-zuführen und die Inhalte  ständig den neuen Anforderungen anzupassen.

Unsere Schule nahm an einem Projekt teil, das den Einsatz der interaktiven Tafel im Unterricht erproben sollte. Im Rahmen dieses Projektes wurde der Projektarbeitsraum K1 mit einer solchen Tafel ausgerüstet. Heute besitzt unsere Schule bereits 3 dieser interaktiven Tafeln, die den Fachunterricht bereichern.