Chronik der Schule - In der Kriegszeit

  

In der NS-Zeit 1933 bis 1945 fand die Ideologie von der Überlegenheit der „nordischen Rasse“ und vom „Volk ohne Raum“ Eingang in den Unterricht. Ab 1934 unterrichtete man im Fach „Rassenkunde“, ab 1939 konnten jüdische Kinder nicht mehr die Schule besuchen.

Im 2. Weltkrieg wurden die Kellerräume als Luftschutzräume eingerichtet. Nach Kriegsende im Jahr 1945 rief man die Schüler am   3. August per Lautsprecher in die Schule. Der regelmäßige Unterricht konnte erst am 1. Oktober wieder aufgenommen werden. Da die Mitglieder der ehemaligen Nazipartei aus dem Schuldienst entlassen wurden, bestand ein sehr großer Bedarf an Lehrern.

An der Sophienschule wurde eine drei Monate dauernde Neulehrerausbildung durchgeführt, nach der die Neulehrer ihren Dienst mit 32 Pflichtstunden pro Woche und 40 Schülern pro Klasse antraten.

Da in der Bergschule ein Lazarett untergebracht und das ehemalige Lyzeum durch sowjetische Truppen belegt war, wurden die „Rote Schule“  und die „Graue Schule“ von ca. 4000 Schülern besucht. Der Stundenplan für 91 Klassen bei nur 39 vorhandenen Räumen kann durchaus als Wunderwerk bezeichnet werden.

 

Der Umbau der Aula erfolgte damals, um Klassenräume zu gewinnen und die Raumprobleme etwas zu lindern. Am 1. November 1945 wurde die Sophienschule zu Ehren des verdienstvollen Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi in Pestalozzischule umbenannt. 

Im Winter 1946/47 musste der Unterricht häufig ausfallen, da das benötigte Heizmaterial nicht zur Verfügung stand. Die Schüler kamen oft nur zur Schule um Hausaufgaben abzuholen.

Mit dem Schuljahr 1947/48 wurde die traditionelle Teilung in Mädchen- und Jungenschule erneut hergestellt, so dass in der „Roten Schule“ wiederum nur für Jungen Unterricht stattfand. Diese Trennung wurde erst 1949/1950 mit der Aufstellung gemischter Klassen aufgehoben. In diesem Schuljahr besuchten ca. 1340 Schüler die Pestalozzischule. 1951/1952 hatte sich die Schülerzahl auf ca. 1100 verringert. Bei der Wertung dieser Schülerzahl ist zu berücksichtigen, dass damals „die Rote“ und „Graue Schule“ zusammen die Pestalozzischule gebildet haben.