Lernortwechsel groß geschrieben

Jedem das Seine 

Wir, die 10. Klassen fuhren am 14.9.2012 nach Weimar in das Konzentrationslager Buchenwald. Die Führung begann mit einem Film über das Konzentrationslager. In diesem Film erzählten 3 ehemalige Gefangene über die Hölle und die Qualen sowie die Befreiung des Lagers. 

Nachdem der Film zu Ende war, wurden wir in 2 Gruppen geteilt. Jede Gruppe bekam eine Begleitperson, die uns etwas über das Konzentrationslager erzählte. Unsere Gruppe begab sich als Erstes in den Konferenzraum. 

 

Wir setzten uns zu einem Kreis zusammen und in der Mitte verteilten wir Bilder auf dem Fußboden. Danach suchte sich jeder ein Bild aus und erzählte, was darauf zu sehen war. Als wir damit fertig waren, gingen wir zu dem Platz, an dem die Bären  und hinter einem Zaun die Menschen, die entweder Juden, politische Gegner, Behinderte  oder Homosexuelle waren, gehalten wurden.

Die Begleitperson erklärte uns, dass die Offiziere meist mit ihren Kindern, Familien und Verwandten dorthin gingen und die Bären besser behandelt wurden als die Menschen. Hinter dem Zaun war das Krematorium. Dort wurden die Leichen gestapelt, obduziert, die Goldzähne heraus gebrochen und zum Schluss verbrannt. Natürlich machte diese Arbeit kein SS-Offizier, sondern die Gefangenen selbst mussten es erledigen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Weimarer diesen abscheulichen Geruch nicht gerochen haben und nichts von dem Konzentrationslager auf ihrem Berg gewusst haben.

Ich denke, sie wollten es einfach nicht wahrhaben. Wir gingen in das Krematorium und schauten uns die Öfen an, wo die Menschen verbrannt wurden. Als wir den Raum betraten, ging mir ein leichter Schauer den Rücken herunter. Wir schauten uns auch den Raum an, in dem die Gefangenen erhängt wurden. An den Wänden hingen Haken, an solchen wurden die Gefangenen erhängt. 

An den Wänden hingen Haken, an solchen wurden die Gefangenen  erhängt. Wir besichtigten die Zellen, in die die Menschen zur Strafe hin kamen, weil sie nicht gehorcht haben oder weil  die SS-Männer einfach Lust darauf hatten. Der Gefangene musste meist mit anderen Gefangenen in einer Zelle die ganze Zeit stehen, bis zu 12 Stunden oder länger. Wir hörten, wie ein alter Mann sagte: ,, Ich habe versucht, hier rauszukommen, aber ich habe es nicht geschafft."

Leider haben wir nur einen kleinen Teil aus der Geschichte von Buchenwald sehen und hören können. Noch immer ist mir unbegreiflich, wie man so etwas einem anderen Menschen antun kann nur wegen seiner Rasse, seiner Herkunft, seiner Religion, seinem Aussehen, seiner sexuellen Orientierung oder seiner Denkweise.

Aber eines sollten wir daraus lernen: dass so etwas nie nie wieder in unserer Gesellschaft und auf der ganzen Welt passieren darf.